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Was ist Bonding?

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In der Geburtshilfe wurden in den letzten Jahrzehnten bemerkenswerte medizinische Fortschritte erreicht. Auch bei der Geburt im Krankenhaus haben sich viele Neuerungen für eine auf die jungen Familie
zugeschnittene Geburtshilfe ergeben. Allerdings übersehen Routineabläufe in der klinischen Geburtshilfe auch heute noch bisweilen grundlegende Bedürfnisse des Neugeborenen und der Eltern. Hierzu zählt auch, dass den ersten Erlebnissen zwischen Eltern und Neugeborenen unmittelbar nach der Geburt oft nicht die notwendige Aufmerksamkeit entgegengebracht wird. Medizinische und organisatorische Routineabläufe aber haben sich den Bedürfnissen der neuen Familie unterzuordnen.

Die Geburt eines Kindes, und ganz besonders des ersten Kindes, stellt das bisherige Leben der Frau und des Mannes vor die Herausforderung, nun „Eltern sein" zu lernen. Das englische Wort „Bonding" bedeutet „Bindung" und meint hier die ersten zwei ungestörten Lebensstunden der neugeborenen Familie.

Begleitet das Kreißsaalteam das neugeborene Kind und die neugeborenen Eltern nach einer normalen Entbindung mit dem gebotenem Respekt und vermeidet unnötige Störungen, so wird sich bei jeder Geburt folgender Ablauf zeigen: Noch auf dem Kreißbett ruht das Neugeborene direkt nach seiner Geburt auf dem Bauch der Mutter und erholt sich von den Anstrengungen. Mutter und Vater berühren ihr Kind, streicheln, liebkosen, küssen es und beginnen mit ihm zu sprechen. Nach etwa 15 bis 20 Minuten Erholungsphase öffnet das Neugeborene die Augen, um seine Mutter anzuschauen. Ihren Duft, ihren
Herzschlag, ihre Wärme und das Gefühl ihrer Haut hat es bereits während der Erholungsphase verinnerlichen können. Als nächstes wird es seine Hände bewegen und den Kontakt zur mütterlichen Brust suchen. Es beginnt mit Zunge und Mund zu spielen und führt seine Hand zum Mund, um zu schmecken, was es soeben ertastet und gerochen hat. Es wird Töne von sich geben und damit signalisieren, dass es nun bereit ist zu stillen. Mutter, Kind und Vater gebrauchen alle fünf Sinne (fühlen, riechen, schmecken, hören, sehen) um sich kennen zulernen und in ihre neue Aufgabe hineinzuwachsen. Hektik und Lärm stören unsere Sinneswahrnehmungen.

Deshalb stellen wir im Kreißsaal des St. Vinzenz-Krankenhauses Hanau mit dem Bonding-Konzept die ungestörte Ersterfahrung zwischen Eltern und Neugeborenen in den Vordergrund und vermeiden möglichst Störungen dieser Abläufe.

Sollten allerdings wegen einer Bedrohung des Neugeborenen medizinische Maßnahmen notwendig sein, werden diese natürlich unverzüglich eingeleitet und die Phase des Bondings nach der Stabilisierung des Neugeborenen nachgeholt.

Für das Baby bedeutet Bonding: Es reduziert den Geburtsstress, reguliert die Körperwärme, stärkt sein Urvertrauen, es bekommt Sicherheit, weckt seine Reflexe und stimuliert seinen Magen- Darm-Kanal. Letzteres unterstützt die Entleerung des ersten Stuhles (Kindspech). Und da ein leerer Bauch Nahrung braucht, ist damit das Bedürfnis nach (am besten) Muttermilch gestärkt.

Für die Mutter bedeutet Bonding:
Stärken der mütterlichen Kompetenz im Umgang mit ihrem Kind, Unterstützung der Rückbildungsvorgänge durch verstärkte Ausschüttung des Hormones Oxytocin, Förderung der Stillfähigkeit, positiver
Einfluss auf das mütterliche Wohlbefinden.

Bei einer Kaiserschnitt-Entbindung kann der Vater das Neugeborene auf seiner nackten Brust ruhen lassen und die Bondingphase genießen, bis die Mutter aus dem Operationssaal zurück in den Kreißsaal
gebracht wird und ihr Kind selbst zum Bonding nehmen kann. Auch im Wochenbett bedarf es immer wieder ungestörter Zeiten für ein wiederholtes Bonding. Auch darauf wird im St. Vinzenz-Krankenhaus großen Wert gelegt.

Fazit: Bonding zum Start in den neuen Lebensabschnitt „Elternschaft" ist eine tragfähige Basis für den langfristigen Aufbau einer positiven Eltern-Kind-Beziehung.