2. Hygienetag im St. Vinzenz-Krankenhaus Hanau
Die Händedesinfektion gilt zweifelsfrei als wichtigste Maßnahme um eine Übertragung von Erregern zu verhindern und so Infektionen vorzubeugen. Die richtige Händehygiene ist inzwischen zu einem Forschungsgebiet geworden. Die Erkenntnis, dass Waschen mit Wasser und Seife selten hilft und sogar kontraproduktiv sein kann, da häufiges Händewaschen die Haut angreift, ist schon lange in Krankenhäuser bekannt. Gepflegte Hände mit intakter Haut sind die Grundvoraussetzung für eine wirksame Händedesinfektion. Wenn man Irritationen an den Händen hat, desinfiziert man sich die Hände ungern. 
Der 2. Hygienetag im St. Vinzenz Krankenhaus am 20. Juli 2011 sprach bewusst die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hauses an. Um die Compliance der Händedesinfektion, bzw. Händehygiene zu verbessern ist es notwendig auf der Mitarbeiter-Ebene zu intervenieren. Bestandteil einer solchen „Intervention“ ist z.B. ein ein Aktionstag, an dem eine aktive Einbindung der Mitarbeiter und die Schulung vor Ort stattfinden kann.
Unter dem Motto „Schützen Sie sich und Ihre Haut!“ hatten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Möglichkeit die Haut analysieren zu lassen.
Mit Hilfe einer Mikroskop-Kamera konnte man die Hautoberfläche auf einem Monitor eindrucksvoll darstellen und erklären. Auch die Feuchtigkeitsmessung, bei der durch eine Mess-Sonde der Feuchtigkeitsgehalt ermittelt wurde, war gut besucht.
An dem Stand „Richtig eincremen“ bekamen die Mitarbeiter Tipps für den Alltag: Häufiges Eincremen der Hände beugt Hautirritationen vor. Während der Arbeit kann es aber störend sein, wenn die Creme nicht gleich einzieht. Hilfe schafft nicht nur der richtige Emulsionstyp, sonder auch richtiges Eincremen.
An erster Stelle stand nach wie vor die Forderung unserer Krankenhaushygiene nach verbesserter Händedesinfektion. Die Infektionen, die aus dem Umfeld über die Hände übertragen werden, können zu sehr hohen Prozentzahlen durch Händedesinfektion vermieden werden. Bei pflegerischen und ärztlichen Tätigkeiten ist die Händedesinfektion generell dem Händewaschen vorzuziehen. 
Wasser und Seife gewährleisten keine ausreichende Wirksamkeit um Krankheitserreger sicher zu eliminieren. Nur bei sichtbaren Verschmutzungen der Hände sollen die Hände zuerst gewaschen, abgetrocknet und dann desinfiziert werden. Die alkoholische Händedesinfektion ist zudem besser hautverträglich als häufiges Händewaschen. Auf keinen Fall sollten die Hände routinemäßig gewaschen und anschließend desinfiziert werden.
So haben wir an dem Tag folgendes gelernt:
Optimaler Schutz nur durch alkoholhaltige Händedesinfektionsmittel
Ein Händedesinfektionsmittel soll möglichst schnell möglichst viele verschiedene Krankheitserreger abtöten. Fast alle handelsüblichen Präparate enthalten daher Alkohole wie n-Propanol, Iso-Propanol und Ethanol als alleinige alkoholische Basis oder in unterschiedlichen Kombinationen / Konzentrationen.
Alkohol-basierte Händedesinfektions-Produkte werden von der WHO empfohlen, weil sie gegen ein breites Spektrum an Mikroorganismen hocheffizient und schnell wirksam sind. Außerdem kann es nicht zu einer Resistenzbildung kommen.
Alkoholhaltige Präparate bekämpfen Viren, grampositive und -negative Bakterien (inkl. MRSA), M. tuberculosis und Pilze sowie Hefen. Ohne Wirkung bleiben sie allerdings gegen Bakteriensporen (z. B. Clostridium difficile).
Nur bei der Bekämpfung von Bakteriensporen empfiehlt das RKI, nach der hygienischen Händedesinfektion die Hände außerdem gründlich zu waschen. (Quelle: Schülke&Mayr)
Hygienische Händedesinfektion
Sie soll aus der Umgebung aufgenommene transiente Keime möglichst rasch unschädlich machen. Ein Muss, kein Kann!
Und – die hygienische Händedesinfektion dient nicht nur dem Schutz der Patienten, sondern schützt auch die Mitarbeiter selbst.
Mitarbeiter mit soliden Kenntnissen können dazu beitragen, Infektionsketten zu unterbrechen statt gefährliche Erreger zu übertragen! Achten Sie daher auf Folgendes:
- Benetzung aller Flächen der Hände mit Händedesinfektionsmittel.
- Einhaltung der erforderlichen Einwirkzeit (siehe Herstellerangaben)
- Verwendung der richtigen Konzentration
- Alkoholische Händedesinfektionspräparate sind in der Regel gebrauchsfertige Lösungen, die auf keinen Fall mit Wasser verdünnt werden dürfen
- Nur trockene Hände desinfizieren
Finger-/Unterarmschmuck
Ehe- und Schmuckringe, Armbanduhren, Armbänder, Freundschaftsbändchen sind bei Tätigkeiten, die eine Händedesinfektion erfordern, nicht zu tragen. So formuliert es die TRBA 250 (Technische Regel Biologische Arbeitsstoffe). Dies wird auch aus hygienischer Sicht so gesehen. Wichtig ist somit, vor Arbeitsbeginn den Schmuck abzulegen, denn:
- Ringe und Armbanduhren bilden Verstecke für Mikroorganismen, die man mit der Händedesinfektion nicht erreicht
- Es können Desinfektionsmittelreste verbleiben, die unter Umständen eine Hautirritation hervorrufen
- Es kann zu Verletzungen bei Patienten kommen.
Die Resonanz auf den Aktionstag war ausgesprochen gut. Die Mehrheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat an der Aktion teilgenommen. Mit der Organisation und Durchführung des Hygienetags gehen wir aktiv und progressiv ein im internationalen Maßstab vorhandenes Defizit an und verbessern damit die Sicherheit unserer Patienten.
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